Alisa Tsybina

*14.11.1989, Rostov am Don (RU), lebt in Hamburg (GER) 

Meine Kunst wurzelt in meiner eigenen Geschichte, geprägt von Migration, Veränderung und der Suche nach Zugehörigkeit. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, wie flüchtig und formbar Identität ist – wie sie sich je nach Umfeld auflöst, neu formt und ständig im Wandel begriffen ist. Durch meine Arbeit setze ich mich mit dieser Fragilität des Menschseins auseinander, aber auch mit der Möglichkeit, sich selbst neu zu ermächtigen und immer wieder zu erfinden. 

In meinen Arbeiten konfrontiere ich meine eigene Vergangenheit und die kollektive Erinnerung, indem ich den Menschen als fluiden Körper darstelle – in Auflösung begriffen, zwischen Welten schwebend. Der menschliche Körper steht dabei im Zentrum verbunden mit Codes wie Tätowierungen, Make-up oder anderen äußeren Merkmalen, die Identitäten formen und soziale Narrative erzählen. Ich produziere großformatige Gemälde, die sich an der Schnittstelle zwischen Realismus und Abstraktion bewegen. Es vereinen sich figurative Elemente mit surrealen und traumhaften Szenerien, in denen Menschen, Räume und Formen aufbrechen und sich wieder neu konstituieren. Meine Werke beginne ich digital, indem ich Kompositionen und Narrationen entwerfe, die ich anschließend auf Leinwand übertrage. Dabei arbeite ich mit kräftigen, kontrastreichen Farbkombinationen und setze eine Mischtechnik aus Acryl und Öl mit Airbrush und Pinsel ein. Zentrale Stilmittel meiner Arbeit sind Schärfe, Unschärfe und Überblendungen, die wie abstrakte Landkarten durch meine Bilder verlaufen. Diese Techniken ermöglichen es mir, Momente des Auflösens und Fließens darzustellen – als ob Energien aus den Figuren und Räumen heraustreten und sich mit ihrer Umgebung verbinden.